Elefanten-Traumberuf: Kotproduzent für MAXIMUS

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Es stinkt nicht, ist hygienisch, umweltfreundlich und wunderschön: Elefantenkotpapier von MAXIMUS. Die außergewöhnliche Papiermanufaktur gibt auf Sri Lanka marginalisierten Dorfbewohnern Arbeit und setzt sich für den Schutz wild lebender Elefanten ein.

Sriyani Manel klebt auf kleine Pappschachteln farbige, handgeschöpfte Papierstreifen. Einen Teil des Lohns, den sie fürs Aufkleben erhält, zahlt Sriyani auf ein Sparbuch ein, denn sie wünscht sich für ihre Zukunft genügend Geld für ein ruhiges Leben. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen und lebt auf Sri Lanka in einem winzigen Bauerndorf nahe Kegalle. Dort gibt es seit 1997 die Papiermanufaktur MAXIMUS. Das Besondere ist, dass das Papier, das MAXIMUS produziert und das Sriyani auf Schächtelchen klebt, zu 75 Prozent aus Elefantenkot besteht!

Ein Scheiß-Job!

Auf Sri Lanka ist der Asiatische Elefant heimisch. Sein wissenschaftlicher Name ist Elephas maximus und nach ihm hat MAXIMUS-Gründer Thusitha Ranasinghe seine Papiermanufaktur benannt. „Ein erwachsener Elefant frisst pro Tag etwa 180 Kilogramm Blätter, Rinden, Äste und Wurzeln. Er entleert täglich bis zu 16 Mal seinen Darm und scheidet dabei ungefähr 50 Kilogramm Kot aus. Das reicht, um 115 Papierbögen herzustellen“, so Thusitha. Er selbst hat geforscht, ausprobiert und Spezialgeräte entwickelt, bis es ihm gelang, aus Elefantenkot Papier zu produzieren. Anfangs arbeiteten sieben Mitarbeiter in seiner Manufaktur. Heute sind es über 200, denn das Geschäft mit den Exkrementen läuft!

Schlecht gekaute Blätter machen das Papier grobfasriger

Auf dem MAXIMUS-Firmengelände liegt ein großer Berg getrockneten Elefantenkots. Weil die Dickhäuter ein relativ ineffizientes Verdauungssystem haben und einen Großteil ihrer faserhaltigen, vegetarischen Kost unverdaut ausscheiden, eignen sich ihre Hinterlassenschaften in besonderer Weise für die Papierherstellung. Selbstverständlich wird der Elefantenkot in einem ersten Arbeitsschritt sterilisiert. Das geschieht in einem mehrstündigen Kochprozess unter Zugabe antibakteriell wirkender Margosablätter. Dann kommt der keimfreie Kot gemeinsam mit Altpapier und Wasser in einen riesigen Bottich und das Gemisch wird so lange gerührt, bis ein kleinfasriger Brei vorliegt. Weil ausschließlich beigefarbenes Papier langweilig wäre, mischt MAXIMUS wasserbasierte Bio-Farben unter den Faserbrei, der abschließend in ein feinmaschiges Sieb geschüttet, ausgepresst, getrocknet und geglättet wird, so dass einzigartige Papierbögen entstehen. Die Faserstruktur der Papierbögen ist nämlich abhängig von den individuellen Fress- und Kaugewohnheiten der Kotproduzenten!

Elefantenkotpapier ist ökologisch und human

Mehrere Frauen wie Sriyani sitzen bei MAXIMUS an großen Tischen und basteln aus dem handgeschöpften Papier Schächtelchen, Notizbücher, Grußkarten, Fotoalben und Halsketten. 90 Prozent der MAXIMUS-Produkte werden nach Europa und in die USA exportiert, wo sich das öko-soziale Elefantenkotpapier großer Beliebtheit erfreut. MAXIMUS ist Mitglied der World Fair Trade Organization (WFTO) und hat sich damit zu 100 Prozent dem Fairen Handel verschrieben. Für Sriyani heißt das, dass ihr MAXIMUS nicht nur eine Verdienstmöglichkeit bietet, sondern sie darüber hinaus einen fairen Lohn erhält, gute Arbeitsbedingungen hat und in der gesamten Manufaktur Gleichbehandlung herrscht.

MAXIMUS trägt zur Rettung der Wildelefanten bei

Es profitieren aber nicht nur die Menschen in der Umgebung Kegalles von MAXIMUS, sondern auch Sri Lankas Dickhäuter. Mit einem Teil des Gewinns unterstützt MAXIMUS die Millennium Elephant Foundation. Die Stiftung gibt alten, behinderten und kranken Elefanten Zuflucht und sie leistet einen Beitrag zum Schutz des Elephas maximus. Vor 100 Jahren lebten auf der kleinen Insel im Indischen Ozean rund 12.000 Wildelefanten, heute wird ihre Zahl auf etwa 4.000 geschätzt. Schuld an dem starken Rückgang ist vor allem die rapide Zersiedlung Sri Lankas. Weil ihr Lebensraum immer kleiner wird, tun sich Elefanten häufig an Reis-, Bananen- und Gewürzfeldern gütlich. Obwohl in ganz Asien Elefanten unter Schutz stehen, vertreiben wütende Bauern die langrüssligen Räuber immer wieder mit Schusswaffen. Auf diese Weise kommen Jahr für Jahr auf Sri Lanka mehr als 150 Elefanten ums Leben.

Auf Sri Lanka gibt es Tempel-, Arbeits- und Hauselefanten

Gleichzeitig sind Elefanten ein wichtiger Bestandteil der sri-lankischen Kultur. So haben einige buddhistische Tempel einen eigenen Dickhäuter und religiöse Prozessionen sind ohne Elefanten-Beteiligung unvorstellbar. Bei der jährlich stattfindenden Esala Perahera beispielsweise hat ein Elefant die wichtigste Position inne, denn er trägt, gehüllt in edelstes Tuch, die Kopie der Zahnreliquie durch Kandys Straßen. Schlechter als Tempelelefanten haben es gewöhnliche Arbeitselefanten, die beim Roden der Wälder helfen oder auf Kokosplantagen schwere Lasten schleppen müssen. Auch im Tourismus werden Elefanten eingesetzt. Viele reisen nämlich nach Sri Lanka, um auf Elefanten zu reiten, mit ihnen zu baden oder sie zu füttern. Elefantenbabys wiederum sind bei der sri-lankischen Oberschicht der letzte Schrei! Einige Reiche halten sich aus Prestigegründen einen Dickhäuter. Man muss ihn sich leisten können. Schließlich kostet ein illegal gefangenes Elefantenbaby mehrere 10.000 Euro, ganz zu schweigen von den Folgekosten. Es wurde bereits erwähnt: Elefanten fressen unglaublich viel …

Gefangenschaft widerspricht dem elefantischen Wesen

Auf Sri Lanka gibt es ungefähr 600 domestizierte Elefanten. Ob in Tempeln, Hotels, Luxusgärten oder auf Plantagen, Gefangenschaft widerspricht der wahren Natur der Dickhäuter. Zum einen sind Elefanten soziale Herdentiere und ständiges Alleinsein tut ihnen nicht gut. Zum anderen haben sie einen starken Willen, der gebrochen werden muss, damit sie das tun, was ihre Eigentümer wünschen. Auf Sri Lanka hat sich der Beruf des Mahouts entwickelt. Ein Mahout ist der Führer eines Elefanten und damit für dessen Ernährung, Pflege, Gesundheit und Ausbildung verantwortlich. Er führt seinen Schützling mit einfachen Worten durchs Leben und gibt ihm Befehle, indem er an ausgewählten Körperstellen Druck ausübt. Weil Menschen und Elefanten in etwa die gleiche Lebenserwartung haben, kommt es nicht selten vor, dass Mahout und Elefant jahrzehntelang zusammenarbeiten und gemeinsam alt werden.

Produktiv im Elefanten-Altenheim

Wie Menschen, so können auch Elefanten irgendwann nicht mehr arbeiten, und um solche alten, ausgemusterten Tiere kümmert sich die Millennium Elephant Foundation. Außerdem nimmt sie misshandelte Elefanten auf, und sie setzt sich dafür ein, dass den sri-lankischen Wildelefanten noch möglichst viel natürlicher Lebensraums erhalten bleibt. Wer Schächtelchen, Notizbücher und Grußkarten von MAXIMUS kauft, unterstützt die Arbeit der Millennium Elephant Foundation, weil MAXIMUS einen Teil des Gewinns an die Stiftung spendet. Dafür erhält die Papiermanufaktur von der Millennium Elephant Foundation Elefantenkot! Die alten langrüssligen Herrschaften verbringen auf dem Stiftungsgelände ruhige Tage. Sie schlafen, fressen, koten und sind damit selbst im Herbst ihres Lebens noch unglaublich produktiv!

 

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